Europa im Jubiläumsjahr – In der Isolation geeint


Was feiern wir heute?

Nach dem 2. Weltkrieg machten sich viele Politiker in Europa Gedanken, wie man verhindern kann, dass nochmal ein Krieg ausbricht. Der französische Außenminister Robert Schuman schlug in seiner Rede am 9. Mai 1950 vor, dass Frankreich, Deutschland und weitere Länder in Europa bei der Produktion von Kohle und Stahl zusammenarbeiten. Damit sollte verhindert werden, dass ein Land unkontrolliert Waffen für einen neuen Krieg herstellt. Aus diesem Plan ging ein Jahr später die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl hervor, der auch Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande beitraten. Damit war der Grundstein für die heutige EU gelegt.

Und wie geht es uns heute?

Die Corona-Pandemie schränkt unsere Möglichkeiten als Europäer derzeit massiv ein und zeigt uns zugleich, wie gut es uns eigentlich in der EU geht. Der freie Warenverkehr bleibt trotz geschlossener Grenzen gewährleistet. So werden wir weiterhin zuverlässig mit günstigen Waren aus dem Ausland versorgt wie z.B. mit Nudeln, Orangen und Tomaten. Aber so, wie jeder einzelne Abstand hält von seinen Freunden, so sind derzeit auch befreundete Nachbarländer voneinander isoliert. Wir halten Abstand, um uns zu schützen. Das lässt uns die liebgewonnene Reisefreiheit mit ihren offenen Grenzen – eine große Errungenschaft der EU – schmerzlich vermissen. Das betrifft nicht nur die Sommerferien, sondern auch die an der Schule laufenden Austauschprogramme. Umso schöner, dass wir durch eine relativ weit fortgeschrittene Digitalisierung die Grenzen virtuell überschreiten und so täglich mit Freunden und Austauschpartnern in Kontakt sind. Wir haben gefragt, wie es ihnen in dieser Zeit geht und wie der Schulalltag organisiert ist.

Aus St. Hermine in Frankreich ist zu hören, dass die Schüler am Lycée 5 Monate nicht in die Schule können und „l’école sur l’ordinateur“ (Unterricht am Computer) haben. Vor die Tür darf man täglich nur eine Stunde und das auch nur im Umkreis von einem Kilometer.

Und hier sind weitere Eindrücke aus Europa:

Mihaela (17 ): „In Bulgarien war die Lage seit dem 13. März nicht besonders gut. Man durfte nur zum Supermarkt gehen, viele haben ihre Arbeit verloren und die Schüler haben mit digitalem Unterricht angefangen. Zwei Monate später geht das normale Leben nun langsam wieder los. Man darf im Park spazieren gehen, sich ins Café setzen (höchstens 4 Personen zusammen) und zwischen den Städten ohne spezielles Erlaubnis fahren. Ins Schulgebäude darf man aber bis Ende des Jahres nicht rein. Für mich ist das Schöne an dieser Zeit, dass ich mehr Zeit und Lust auf Sport habe!“

Sara (16): „Spanien ist eines der am meisten betroffenen Länder in ganz Europa. Diesbezüglich gab und gibt es hier außerdem die strengsten Maßnahmen. Inzwischen entspannt sich die Lage zum Glück aber und die Zahl der Fälle sinkt auch.

Claudia (16): „Die Situation hier in Spanien ist ein bisschen kompliziert, aber ich habe das Gefühl, dass es sich langsam wieder bessert. Wir haben keine Ahnung, wie gefährlich dieses Virus ist, weil uns hier niemand so wirklich darüber informiert. Deshalb ist alles sehr merkwürdig. Wir haben Online-Unterricht, aber in den meisten Fächern machen wir normalerweise keine Videokonferenzen, sondern die Lehrer schicken uns einfach Aufgaben, die wir erledigen müssen."

Maya (16):„Ich denke, dass es gut ist, dass alles geschlossen hat, damit wir gut das Virus überstehen. Aber es dauert zu lange, ich vermisse meine Freunde schon sehr. In Dänemark wurden unsere Prüfungen abgesagt, wir haben aber weiter Schule am Computer und führen Videokonferenzen mit unseren Klassen. Das einzig blöde daran ist, dass man allein von zu Hause arbeiten muss.“

Carl & Matthis (17): „Was die Pandemie anbetrifft, sind ja die Restrektionen hier in Schweden nicht so hart, d.h. alle Schüler bis Klasse 9 haben ganz normal Schule, Kindergärten laufen auch normal, aber es gibt Eltern, die ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung nicht in die Schule lassen, die Kinder werden dann auch auf Distanz betreut - entweder über „Zoom“ oder „Teams“. Aber alle Gymnasien sind noch dicht und werden es wohl noch bis zum Sommer bleiben. Der Unterricht erfolgt auf Distanz (zu Hause) über PC. Alle offiziellen Abi-Feiern sind abgesagt, aber irgendwie werden Sie doch abgefeiert ; )“



Informationen zum Thema


Europaschule

Mit ihrem Europacurriculum „Interkulturelle Bildung und Nachhaltigkeit“ macht es sich die Goethe-Schule zum Ziel, Schüler auf die selbstständige sprachliche, kulturelle, wissenschaftliche und politische Interaktion in europäischen – und im Kontrast dazu auch außereuropäischen Begegnungen- vorzubereiten.

Weiterlesen

Europaarbeit an der Goethe-Schule

Am 15.4.2013 präsentierten 28 Schülerinnen und Schüler des 12. und 13. Jahrgangs die Ergebnisse ihres Praktikums in der Partnerstadt Carlisle in der Aula der Goethe-Schule.Eingeladen war der 11. Jahrgang, dem das Praktikumsangebot im nächsten Jahr offensteht. Auch die stellvertretende Stadtpräsidentin Frau Swetlana Krätzschmar und Vertreter…

Weiterlesen