Besuch des Klärwerks in Flensburg

Die Klasse 12n besuchte im Juni das Klärwerk. Im Folgenden berichten Nina und Hai-Nam darüber und erläutern die Verfahrensweise des Klärprozesses.

Bericht über das Klärwerk in Flensburg

Die Besichtigung des Klärwerks in Flensburg begann für uns am 15.06.2010 um 13:00 Uhr mit einer Präsentation in einem Raum.
Dort wurden uns die einzelnen Schritte des Klärverfahrens näher gebracht.
Das Klärwerk in Flensburg wurde ungefähr 1961 gebaut.
Pro Tag klärt das Klärwerk in Flensburg 25.000 Kubikmeter Abwasser. An dem Klärwerk sind Handewitt, Flensburg, Jarplund-Weding, Tastrup, Wees und Glücksburg angeschlossen. Das Gelände, das früher einmal ein Marinestandort war, umfasst ungefähr 7,5 Hektar.
Wegen der Gerüche, die im Winter und Sommer variieren, werden Biofilter eingesetzt.
Die Abwasserreinigung läuft in drei Schritten ab:
1.) Rechen-> Feststoffe, Hygieneartikel und Lebensmittelreste werden herausgefiltert.
2.) Sand- und Fettfang-> Es werden Fette und Sand aus dem Abwasser gefiltert.
3.) Grobentschlammung-> Es entsteht Klärschlamm und Primärschlamm, die zur Faulung weitergeleitet werden.
Als nächster Schritt wird die 1. Biologische Reinigung angewandt:
Zu dem Abwasser werden Luft und Eisen zugefügt. Dabei wird das Abwasser "belebt". Nach dieser Belebung kommt das Abwasser in das Zwischenklärbecken. In diesem Becken entstehen Überschussschlamm und Rücklaufschlamm, die die ganze erste Biologische Reinigung noch mal durchlaufen.
In der zweiten biologischen Reinigung kommt das Abwasser in einen Tropfkörper, in dem Methanol hinzugefügt wird. Danach gelang das Abwasser in einen Schlammbettreaktor, der ungefähr 7 m tief ist. Der Überschussschlamm aus der ersten biologischen Reinigung kommt ebenfalls in den Schlammbettreaktor. Der Schlamm wird abgezogen und kommt auch zur Faulung.
In der Filtration wird im Festbettreaktor das Ammonium in Nitrat umgewandelt. In der zweiten Stufe kommt das Abwasser mit Luftzufuhr in den Flockungsfilter. Dort besteht eine Schicht aus Steinkohle und Kies, die das Abwasser filtriert. Das Nitrat wird in Luftstickstoff umgewandelt und die Phospate werden ausgefiltert. Das Wasser kommt nach der Filtration in die Flensburger Förde.
Der Vorgang der Faulung des Schlammes läuft ebenfalls in drei Schritten ab:
1.) Im Faulungsturm wird der Schlamm gelagert. Der Schlamm besteht aus dem Primärschlamm, dem Überschussschlamm, dem Überschussschlammabzug aus SBtR und der Materie aus der Fett- und Fäkalannahme. In dem Faulturm wird der Schlamm ungefähr 30 Tage gelagert.
2.) Danach wird der Schlamm in einem Behälter, der um die 38° warm ist und Bakterien enthält, bearbeitet.
3.) In dem letzten Schritt wird der Schlamm mit einer Zentrifuge entwässert. Der Feststoff wird als Dünger für die Landwirtschaft genutzt. Die Kläranlage muss für die Entsorgung dieser Feststoffe bezahlen.
Der Vorgang der Faulung kann ebenfalls in drei Schritte eingeteilt werden:
1.) Das im Faulturm entstandene Methangas kommt in den Gasspeicher.
2.) Im Gasspeicher wird das Gas gelagert und gelangt nach einiger Zeit in das BHKW.
3.) Das BHKW funktioniert ungefähr so wie eine Biogasanlage. Die gewonnene Energie deckt zu 40% den Eigenbedarf an Strom und zu 100% den Eigenbedarf an Wärme. Ein Teil der Wärme wird ebenfalls für den Faulturm benötigt.

Es gibt viele verschiedene Abteilungen in dem Klärwerk in Flensburg:

Zusätzlich gibt es :

Nach der Präsentation haben wir uns die einzelnen Klärstationen angeguckt und durften miterleben, wie diese Vorgänge praktisch aussehen.

Nina A., 12n


Tagesbericht: Klärwerk Flensburg

Am Dienstag, dem 15.06.10, besuchten meine Klasse und ich das Flensburger Klärwerk um ca. 13.00 Uhr. Am Anfang stellte uns Herr Engelmann eine Powerpoint-Präsentation über die verschiedenen Stufen der Reinigung vor, die das Abwasser durchläuft, bevor es wieder zurück in die Umwelt abgeleitet werden darf. Dabei unterscheidet man 3 Reinigungsstufen:
-Mechanische Reinigung (Rechen, Sandfang und Vorklärbecken
-Biologische Reinigung
-Chemische Reinigung

1. Mechanische Reinigung
Die mechanische Reinigung hat die Aufgabe, Feststoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Zunächst fließt das Abwasser durch einen Rechen, der wie ein Sieb funktioniert. Dort werden größere Dinge, die im Wasser schwimmen, herausgefischt”. Danach durchläuft es noch einen weiteren, kleineren Rechen für die kleineren Teile. Nach dem Rechen fließt das Wasser in ein großes Becken, das Sandfang heißt. Dort sinken Sand und Steine auf den Boden. Das Ganze wird durch ein Rohr abtransportiert und landet in einem großen Müllcontainer.
Das nächste Becken ist das Vorklärbecken. Dort sinken alle restlichen Stoffe zu Boden, die schwerer sind als Wasser. Alles, was sich dort sammelt, wird Klärschlamm genannt. Ein Räumer schiebt den dann aus dem Becken heraus.

2. Biologische Reinigung
Im nun vorgeklärten Wasser sind jetzt hauptsächlich gelöste, organische Verbindungen vorhanden.
Das Wasser fließt weiter in das Belebungsbecken, wo Mikroorganismen ins Spiel kommen. Hier befinden sich z.B. Bakterien, die im sogenannten Belebtschlamm vorkommen. Diese können sich von organischen Stoffen (Kohlenstoffverbindungen mit Phosphor und Stickstoff) ernähren. Hier wird Luft für die Bakterien eingeblasen, damit diese unter optimalen Bedingungen arbeiten können. Die Vorgänge im Belebungsbecken entsprechen den Selbstreinigungsmechanismen der natürlichen Gewässer, mit dem Unterschied, dass diese hier durch die hohe Organismendichte wesentlich schneller ablaufen.
Im Nachklärbecken werden die abgesetzten Stoffe und der überschüssige Belebtschlamm vom gereinigtem Wasser getrennt. Ein Teil des Belebtschlammes wird ins Belebungsbecken zurückgeführt, um erneut Bakterien zu ,,züchten", und der andere Teil kommt mit dem Schlamm aus dem Vorklärbecken in Faultürme.
Dort wird aus dem Schlamm noch Energie gewonnen, wobei dieser bei ca. 37°C durch Bakterien ,,ausfault”. Es werden Wärme und Methangas erzeugt, und der ausgefaulte Schlamm kann als Dünger auf dem Feld verwendet werden.

3. Chemische Reinigung
In der chemischen Reinigungsstufe werden problematische Stoffe wie restliche Stickstoff- und gelöste Phosphorverbindungen, schwer abbaubare Stoffe oder andere Salze weitgehend entfernt.
Dabei unterscheidet man wieder verschiedene Reinigungsverfahren, auf die ich nicht detailliert eingehen werde. Je nachdem, welchen Stoff man entfernen will, wird ein besonderes Verfahren angewandt. Dabei lässt sich z.B. durch den Einsatz von Fällungsmitteln bis zu 90% der Phosphate aus dem Wasser entfernen.
Jetzt ist das Wasser schon ganz klar und es darf in einen Vorfluter (z.B. See) eingeleitet werden. Der Ablauf bis zu diesem Reinigungsgrad dauert ca. zwei Tage.

Tagesablauf
Nach der informativen Powerpoint-Präsentation von Herrn Engelmann konnte man sich jetzt auf jeden Fall ein besseres Bild von einem Klärwerk machen. Anschließend durften die Schüler Fragen an ihn stellen, die er geduldig und ausführlich beantwortet hat.
Um ca. 13.40 Uhr ging die Rundführung los, die bei der Leitwarte anfing. Als Synonym für die Leitwarte könnte man auch Überwachungs- bzw. Steuerungszentrum sagen. Dort kontrollieren die Mitarbeiter den Reinigungsprozess über ein zentrales Prozessleitsystem und ein Schaltbild, auf dem der gesamte Reinigungsablauf dargestellt ist. Das ermöglicht einen schnellen Überblick über die Betriebsabläufe.
Danach hatten wir die Möglichkeit ein Labor zu besichtigen, was mich an die Zeit erinnert hat, als wir ein Genetikpraktikum an der FH gemacht haben, weil das Labor bis hin zu der Arbeitskleidung gleich aussah.
Dann gingen wir chronologisch den Reinigungsstufen des Abwasser nach: Wir fingen also bei den Rechen an. Als wir dort ankamen, merkte man zwar direkt, dass es stinkt, aber mit der Zeit hatte man sich entweder an den Geruch gewöhnt oder die "Nerven waren schon tot". Zwar wurde in der Präsentation erwähnt, dass durch die Rechen Feststoffe abgefangen werden, aber was mich verwundert hat, ist, dass es eine so große Menge war, die ich mir nicht hätte vorstellen können, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.
Daraufhin sind wir nach draußen gegangen zum Vorklär- und Belebungsbecken, was sozusagen der Übergang von der mechanischen zur biologischen Reinigung ist. Was man schön beobachten konnte, war die Sauerstoffzufuhr mithilfe einer Druckbelüftung.
Später sind wir nach oben zu einem sogenannten "Tropfkörper” gegangen, der auch eine Möglichkeit der biologischen Reinigung darstellt. Das Tropfkörperverfahren ist dem oben genannten Beispiel in 2. sehr ähnlich, da auch hier Bakterien benötigt werden, um das Abwasser zu reinigen. Anschließend waren wir in einer Werkstatt, das für die Instandhaltung des Klärwerks zuständig ist. Denn wie ein Auto können hier Sachen kaputt gehen, wie z.B. eine Pumpe, die ausgetauscht werden muss. Des weiteren waren wir in einem Festbettreaktor, was die Filtration des Wassers zeigte. Hier wurden weitere Phosphate aus dem Wasser entfernt, indem es durch belüftete, mit Filtermaterial gefüllte Becken strömte. Das Gehäuse von außen sah sehr "futuristisch” aus, da es viele kleine Öffnungen in den Wänden hatte. Als Anmerkung hatte Herr Engelmann erwähnt, dass dieses Gebäude sogar einen Preis für das schöne Design gewonnen hatte. Schließlich sind wir auf einen der drei Faultürme gegangen, die bis zu ca. 25 m hoch waren. Es gab da so eine Art Deckel, in den man hineingucken konnte, wo sich der Schlamm zur Energiegewinnung befand. Natürlich konnte dieser nicht aufgemacht werden, da sonst das Methangas entweichen würde. Zuletzt waren wir im Blockheizkraftwerk, das dieses Methangas in elektrische- bzw. Wärmeenergie umwandeln konnte. Dort war es ziemlich laut, und wenn man nicht seine Ohren zugehalten hätte, wäre es unerträglich gewesen. Am Ende haben wir uns alle bei Herrn Engelmann bedankt und uns schließlich von ihm herzlich verabschiedet. Um ca. 15 Uhr war die Besichtigung beendet.

Fazit
Alles in allem fand ich den Besuch im Klärwerk sehr interessant, da man sich so klarmachen konnte, was für eine harte Arbeit dahinter steckt, bis das Wasser gereinigt ist. Außerdem ist mir bewusst geworden, dass viele Menschen nicht an ihre Umwelt denken, in der sie leben und einfach ohne Bedenken alles in die Toilette spülen, mit der Annahme, dass das sowieso schon wieder "sauber” gemacht wird. Jedoch ist das Wasser anhand der vielen Rückstände nach der Reinigung eigentlich immer noch nicht ganz sauber.
Mir persönlich hat der Besuch sehr gefallen und ich würde es für die nächsten Klassen weiterempfehlen, da dieser Tag für mich sehr lehrreich war. Zwar war ich zunächst abgeneigt von der Vorstellung des unangenehmen Geruchs, jedoch ist es einmal eine Erfahrung Wert.

Hai-Nam, 12n