HighTabu hilft


Im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ hat die Klasse 8b die Station HighTabu des Helios-Klinikums Schleswig besucht. Die Klasse hat Annika Seecks Artikel für die Zeitung ausgewählt.

Wir bedanken uns beim Schulcafé Haus 2 für einen Zuschuss zu den Fahrtkosten!

Gabriele Reinfeld

Ein großes, dunkles Gebäude ist es ja schon, fast ein bisschen angsteinflößend. Aber öffnen sich die Türen, öffnet sich eine andere Welt. Eine bunte, helle und fröhliche Welt. Kaum zu glauben, aber dies ist die Welt von bis zu 16 süchtigen Jugendlichen, deren Ziel es ist, wieder unabhängig durchs Leben gehen zu können.

Das Helios Klinikum in Schleswig zählt zu den 10 größten Psychiatrien in Deutschland. Alleine die Kinder- und Jugendpsychiatrie umfasst acht Stationen. Behandelt werden ADS, Konzentrationsstörungen, Depressionen und auf der Station K5 HighTabu Drogensucht.

Tobias Schürmann, therapeutischer Leiter der Station erklärt, dass Vorgespräche geführt werden, dass es therapeutische Fälle gibt, also Jugendliche, die um längerfristige Hilfe bitten. Außerdem findet auch Krisenintervention statt, das heißt, die akute Behandlung von Notfällen, die plötzlich, manchmal mitten in der Nacht, kommen, sich stabilisieren und wieder gehen.

Die Station besteht aus einem Ärzteteam mit Ärzten, Psychologen sowie Sozialpädagogen und einem Basisteam mit Krankenpflegern, Erziehern, Heilpädagogen und auch FSJ-lern. Da Stationsaufenthalte bis zu 3 Monaten lang sein können, gibt es eine Schule mit reduzierter Stundenzahl für die Jugendlichen. Nicht mehr schulpflichtige Jugendliche besuchen die Werk-AG. „Viel Bewegungstherapie“ so Oberarzt Christian Tilgner, braucht viel Zeit. Das Angebot umfasst z.B. Reiten und Boxen.

Die Jugendlichen der Drogenstation sind meistens von Cannabis oder Zigaretten abhängig, aber auch Amphitamine wie Speed führen viele in die Sucht. Alkoholsucht ist auf der K5 eher selten, wenn, dann heftig und teilweise lebensgefährlich. Die Zahlen, die Oberarzt Tilgner auf die Frage, wie hoch die Todeszahlen aufgrund von Drogen sind, nennt, lassen sich nur schwer verdauen. Durch Rauchen sterben ca. 70.000 Menschen im Jahr, durch Alkohol 40.000. „Wie viele sterben an den restlichen Drogen? 1.000.“

Im Gegensatz zu Cannabis ist eine Abhängigkeit von z.B. LSD oder Ecstasy schwer zu behandeln, da sich die chemische Struktur der Drogen durch Panscherei und Verunreinigungen oft ändern. Diese Drogen können dadurch schnell unkalkulierbare Wirkungen auf den Körper haben.

„Wenn ihr jemanden kennt, der damit zu tun hat, dann ist es immer eine gute Idee, dem zu sagen Mensch, hast du schon mal darüber nachgedacht, dir Hilfe zu holen? Du schaffst das schon!“ ist der Rat von Oberarzt Tilgner. Und für einen selber? Da gilt die Regel: am besten gar nicht ausprobieren, man merkt das „Reinru tschen“ in eine Sucht nicht! Also: FINGER WEG!



Informationen zum Thema


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